Anfertigen und instandsetzen von Kabelbäumen

Die Leitungen des Kabelbaums stellen einerseits die Lebensadern und andererseits die Nervenbahnen eines Autos dar. Es werden Versorgungsspannungen, Sensorsignale und Buskommunikationen übertragen. Es ist selbstverständlich das hier alles reibungslos funktionieren muss. Oft ist aber nicht klar wie fachgerechte Reparaturen an diesem wichtigen Bauteil durchgeführt werden können. Zudem sind weite Teile des Kabelbaums nicht sonderlich gut zugänglich. Diese schlechte Zugänglichkeit verleitet schnell zu frickeln und pfuschen, statt zu einer ordnungsgemäßen Reparatur.

Im Fahrzeug-Innenraum ist der Kabelbaum meist gut hinter Verkleidungen und dem Armaturenbrett verborgen. Wer den gesamten Kabelstrang dort prüfen oder instandsetzen möchte, der muss häufig neben dem Armaturenbrett auch gleich noch das Heizungs- bzw. Klimagehäuse demontieren, Airbags ausbauen und die Lenksäule kann ebenfalls nicht an ihrem Platz verbleiben. Diesen Aufwand scheuen viele Mechaniker.

An Kabeldurchführungen in Türen und Klappen werden die Kabelstränge zusätzlich durch Bewegungen belastet. Auch die Verkabelungen an ABS-Sensoren, Leuchtweiten- Sensoren und der elektrischen Feststellbremse sind solchen Bewegungen ausgesetzt.

Im Motorraum ist der Kabelbaum ständig wechselnden Bedingungen ausgesetzt. Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Motoröl und weitere Umwelteinflüsse können hier der „Gesundheit“ des Kabelbaums stark zusetzen. Wenn erstmal die Isolierung brüchig wird und Feuchtigkeit in die Litzen eindringt (Stichwort: Kapillareffekt) ist ein Kurzschluss oft nicht mehr weit entfernt. Nicht selten ‚fackelt‘ dabei gleich das ganze Auto ab. In weniger dramatischen Fällen kommt es zu kaum nachvollziehbaren Fehlfunktionen. Wer dann nur stumpf nach den Fehlercodes des Diagnosetesters Bauteile tauscht, der kommt oft nicht zum Ziel und läuft Gefahr sich die neuen Bauteile oder gar ein Steuergerät zu zerschießen.

Grund genug also, dem Bauteil Kabelbaum etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Wenn der Kabelstrang so aussieht ist guter Rat schnell teuer. Ob die Reparatur noch möglich ist oder ob ein neuer Teilabschnitt bestellt bzw. angefertigt werden muss, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Daher werden wir gemeinsam die vielfältigen Fehlerbilder und deren Reparaturmethoden beleuchten.
Zunächst ist folgender Inhalt angedacht.

Fall 1 – Kabelbruch

Die Kabel an den beweglichen Teilen des Autos (Türen, Hauben und Deckel) sind durch die ständigen Bewegungen einer erhöhten Belastung ausgesetzt. Daher kann es vor allem in diesen Bereichen zu einem Kabelbruch kommen. Die Kabeldurchführung zwischen der A-Säule und der Fahrertür ist ein gutes Beispiel hierfür und wird in Teil eins behandelt.

Fall 2 – Kabelbrand

Es riecht nach Strom und die Schadstelle gibt Rauchzeichen. So kündigt sich der zweithäufigste Schaden an Kabelsträngen an. Wie aber entsteht ein solcher Schaden eigentlich und – noch viel wichtiger – wie kann er behoben werden?
In diesem, zweiten Teil der Serie wird es darum gehen.

Fall 3 – Flüssigkeitseintritt

Besonders dann, wenn die Isolierung der Leitungen brüchig wird oder durch unsachgemäße Reparaturen beschädigt wurde, dann kann Feuchtigkeit die Kupferlitze oxidieren und somit die Leitung unbrauchbar machen. Im dritten Teil beschäftigen wir uns mit diesem Schadensbild.

Fall 4 – Kontaktfehler an Steckern

Stecker im Auto sind nicht auf unendlich viele Steckzyklen ausgelegt. Gerade bei Sicherungen, Relais und Steuergeräten gibt es viele Fallstricke. Dem richtigen Umgang mit Steckverbindungen widmen wir uns in Teil vier.

Diese Liste wird sich sicherlich noch um einige Themen erweitern.
Hinterlasse gerne einen Kommentar mit deiner Meinung oder deiner Anregung.

Bis denne, Michael